vampster Dezember 2014 über Deathtiny:

Quasi im Fünfjahres-Rhythmus stellen DEATHTINY ein neues Werk und eine neue Sängerin vor - nach "...In The Dusk" mit Jana Lüdenbach und "Descending" mit Seraina Kyria ist nun in "In Creeps Clothing" Julia Mann an der Reihe, um sich stimmlich zu beweisen. Auch sonst hat sich das Line-Up rund um Gitarrist und Sänger Dennis Buffing (Ex-EDGECRUSHER) wieder etwas verändert. Und auch stilistisch ist die Band aus Sulz am Neckar nicht mehr derart im Genre des Melodic Dark Rocks bzw. des Gothic Metals zu verorten. Denn dazu haben DEATHTINY vermehrt aggressivere Elemente in ihre Songs mitaufgenommen, so dass man bei "In Creeps Clothing" nun eher vom Dark Metal sprechen müsste - aber die Genrebezeichnung ist ohnehin eine Spitzfindigkeit.

Dennoch lässt sich die härtere Ausrichtung schon mit dem Opener festmachen, als dass das riffbetonte Liedgut vom Gitarrenspiel von Dennis Buffing getragen wird. Dazu kommt noch dessen keifender Growl-Gesang, der nicht allzu selten eingesetzt wird. Unterstützt wird er wie eingangs erwähnt von Julia Mann, deren Stimme anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, die sich aber nicht dazu verleiten lässt, abseits ihrer Stimmlage opernhafte Experimente einzugehen. Viel mehr hat sie ein rockiges Timbre, das sie in "Restless" auch als Sprechgesang, in "We Are D.R.U." in etwas höherer Stimmlage sowie in "Back into Earth" sanft und balladesk einsetzt.

An den Instrumenten wird dagegen gut gerifft, wobei die Fülle an Gitarren-Soli (wie bei "We Are D.R.U.") etwas zurückgegangen ist, dafür darf sich aber Bassist Andreas Herzfeld im schleppenden "Dead World" etwas vordergründiger präsentieren. Viel öfter im Vordergrund ist dagegen das Keyboard-Spiel von Anselm Wolf zu vernehmen, während das Schlagzeug gerne lauter und knackiger hätte abgemischt werden dürfen.

Für Highlights sorgen schließlich Songs wie "Fly" mit seinen choralen Bomast-Elementen, der überlange Rausschmeißer "Pain", wo fleißig an Gitarre und Keyboard soliert wird, sowie flottere Nummern wie "Heaven & Lies". Ob es letztendlich für den ganz großen Durchbruch reicht, ist abzuwarten - wichtig wäre es für die Band, nun einmal ein stabiles Line-Up beizubehalten.