dirk-busse-musik Dezember 2016 über Hydra:

Review: Solar Empire von Hydra
20. Dezember 2016
Die Band
Die Regensburger Sängerin Lisa Rieger und Gitarrist Chris Diefenbach gründeten HYDRA im Oktober 2013. Von Anfang an waren sich von ihrer Musik überzeugt und so veröffentlichten HYDRA bereits 2015 ihren ersten Longplayer. Jetzt, nur ein Jahr später, präsentieren sie mit dem Konzept-Album SOLAR EMPIRE die zweite LP.
Hinter dem Konzept steht ein Liebespaar, mit unterschiedlicher Herkunft. Während sie, Lanya aus Lunar stammt, kommt ihr Angebeteter aus einer Welt mit dem Namen Solys. Sie verlieben sich schon beim ersten Aufeinandertreffen. Allerdings steht diese Liebe unter keinem guten Stern, denn eine derartige Beziehung zwischen dieser beiden Welt wird nicht toleriert. So erzählt also das Album eine Geschichte voll von Liebe, aber auch verbotener Beziehungen Unterdrückung und Trauer. Zum Konzeptalbum gibt es, in der Special Edition enthalten, ein 30seitiges Storybook Solar Empire – Scent Of The Wolves.
Werfen wir nun mal ein Ohr auf die Lieder von SOLAR EMPIRE
Scarlett Occident
Der Name des Songs ist Thema. HYDRA beginnen mit abendländischen Flair, es klingt orientalisch, fast wie Filmmusik. Aber das geht recht bald vorbei, wenn der Drummer gleich mit hohem Tempo einsetzt. Auffallend der Kontrast des orchestralen Arrangements mit den harten Riffs. Auch Sängerin Lisa passt sich ein Stück weit der Song-Thematik an und schafft es gut, dabei nicht leiernd zu klingen.
Between Two Worlds
Und hier ist er wieder, der mir schon bekannte Sound von Hydra. Satte Bässe aus dem Drumkit, Gitarren und Bass eindrucksvoll dabei. Dazu der im Kontrast zum schnellen Schlagzeug lang gezogene, nach Freiheit flehende Gesang. Sehr gut gelungener Song.
Memorial
Sehr schön, deutlich ruhiger und unaufgeregter. Auch hier zeigt sich wieder die wirklich tolle Stimme der Sängerin in all ihrer Vielfalt.
Witness Of Arbitrament (feat. Jule Dahs)
Mitterlalterliche Klänge hörten wir ja woanders auch schon in Verbindung mit Metal. In diesem Lied gelingt diese Mischung auch sehr gut. Wer bisher noch nicht so richtig in die Geschichte des Albums eingetaucht war, wird es nun nachholen. Besonders schön stechen hier die Streicher in der Mitte des Liedes heraus, bevor es dann wieder gitarrenlastig wird. Growling unterstreicht den Kampf gegen das Gute.
Towards The End
Hier geht es vom Tempo wieder ordentlich zu Sache, der sehr melodische Refrain reißt mit und lockert den Song echt schön auf. Wir auch in den anderen Liedern zuvor streuen Hydra die Growls sehr dosiert ein. Für meinen vergrauelten Geschmack genau richtig. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel.
Crystalline Cage
Der verwirrte Blickt landet auf dem Player, ob der ungewohnt ruhigen Klänge. Leise, aber kristallklar stimmt bald auch Sängerin Lisa ein und macht klar: ich höre immer noch Hydra. So ungewohnt ruhig der Song auch ist, so unglaublich schön ist er auch.
Days Of Thunder
Leicht verdaulicher, sehr melodischer Metal. Schön finde ich auch den Chor im Background und die gesanglosen Passagen, die einem die Gelegenheit geben, sich in die Handlung der Story hineinzuversetzen.
Assassins Scent
Auch hier kommen wieder die Streicher besonders gut in den Vordergrund. Es ist diese Kombination gewohnt klassischer Instrumente mit der modernen Form des Melodic Metal, die den Hörer hier begeistern.
Horns Of Erakor (feat. Henning Basse)
Bedrohlich erklingen die Hörner, das Orchester zaubert eine gespannte Ruhe, sanft und leise setzt die Sängerin ein, klingt gar verletzlich. Bis HENNING BASSE bedrohlich in das Lied einstimmt. Insgesamt klingt der Song sehr aufwändig gemacht und könnte locker aus einem der monumentalen Filmklassiker stammen.
Doomed
Ein Lied der Gegensätze. Nicht nur stimmlich, wenn klassischer weiblicher Gesang gegen Growling antritt, sondern auch in Sachen Tempo. Mal schneller, mal ruhiger, mal laut, mal leiser.
The Last Swan (feat. Zuberoa Aznarez)
Nicht nur von der instrumentalen Vielfalt her, sondern vor allem auch gesanglich ist dieses Lied das Sahnehäubchen des Albums. Lisa und die Gastsängerin zeigen ihr ganzes Können bis hin zum feinsten Operngesang. THE LAST SWAN ist der würdige und grandiose Abschluß eines nicht minder großartigem Konzept-Albums.
Fazit
SOLAR EMPIRE ist, dafür dass es erst das zweite Album der Regensburger Band ist, wirklich mehr als gelungen. Die Geschichte hinter den Songs wird sehr authentisch, sehr lebendig wiedergegeben. Dieses Album kann man locker nebenher hören, richtig mitreißen wird es aber erst, wenn man sich voll und ganz hingibt. Ich bin von der abgelieferten Professionalität beeindruckt. Selbst nach dem dritten Anhören, finde ich einfach nichts zu meckern. Wirklich absolut empfehlenswert !