ramtatta August 2016 über Enfeeble:

Ein Gesicht, ganz enthäutet, künstlerisch ausgearbeitet mit geschlossenen Augen in entspannter Haltung. Das ist das Cover des zweiten Albums von ENFEEBLE aus dem schönen Emsland. Habe ich wirklich schön gesagt? Für viele ist es das graue Land der dummen Bauern. Vielleicht ist da was dran. Denn vielleicht braucht man so ein tristes Landleben, wo zwischen Treckerfahren und Schützenfest nicht viel geht, um kreativ zu sein. Vielleicht kommt daher die Kraft, die ENFEEBLE in die zwölf Songs auf diesem Album gepackt hat.
Den Vierer gibt es seit neun Jahren. Diese Zeit hat die Band wahrscheinlich auch gebraucht um ihren Sound zu finden und um diesen zu perfektionieren.
Was aus den Boxen kommt ist filigraner, druckvoller, melodischer Metalcore. Beim Hören würde ich nicht denken, dass so etwas unbedingt aus unseren Landen kommt. Schon gar nicht vom Dorf.
Die Aufnahme ist extrem druckvoll, dabei sind die Instrumente alle gut herausgearbeitet und auch der Gesang hat seinen Platz. Gitarre und Schlagzeug stehen im Vordergrund. Bei beiden Instrumenten kann ich das gut verstehen. Beide Musiker, besonders der Schlagzeuger, machen einen extrem guten Job. Da sind sehr gute Techniker am Werk.
Wenn der Gitarrist seine Effektbatterie anschmeißt, kommen mir Gedanken an Within the Ruins in den Sinn, wobei die Amis deutlich mehr Effekte einsetzen.
Der abwechslungsreiche Gesang, mal faucht es, mal growlt es, mal wird gesungen, schafft es mit kleinen Abstrichen, nicht zu nerven. Der Gesang ist gut in die Musik eingebettet. Insgesamt sind die Arrangements der Songs sehr aufwendig. Technikbegeisterte, Musiker und Liebhaber von druckvoller Ballerei werden diese Musik genau so gut finden, wie Headbanger und Freunde des deutlichen Krachs.
Es bleibt ENFEEBLE zu wünschen, dass sie mit diesem Album Staub aufwirbeln und sich somit einem größeren Publikum präsentieren können. Sie haben es drauf und verdienen eine Chance.
Geschrieben von Frank am 12.08.2016, 17:43 Uhr
Bewertung: 8 / 10